März 2007
Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde Namibias!
Im Januar war ich wieder auf Heimaturlaub und die meiste
Zeit verbrachte ich in Swakopmund. Dort rollt der Rubel und es wird so viel gebaut, dass es einem ganz mulmig
wird. Zum einen verliert Swakopmund seinen verschlafenen/verträumten Charakter
und zum anderen, wo soll eines Tages das Trinkwasser herkommen? Vielleicht
liefern die Uranbergwerke eines Tages die nötige Energie und auch das Geld für
große Wasserentsalzungsanlagen.
Zum Ende meines Urlaubs fuhr mich mein Bruder nach Gobabis.
Frau Lyni Venema berichtete ausführlich über das Straßenkinderprojekt. Wir
können dankbar sein, dass wir Frau Venema vor Ort haben und freuen uns darüber,
dass sie inzwischen ihre Mitarbeiter schon soweit eingearbeitet hat, dass sie
auch einige Wochen ohne „Aufsicht“ und selbstständig die Kinder betreuen
können. Hier in Gobabis haben wir das Gefühl, dass wir unserem Ziel „Hilfe zur
Selbsthilfe“ sehr nahe sind. Erfreulich ist auch die Mitteilung von Frau Venema,
dass das Projekt von den Kindern aus Gobabis angenommen wird. Es „lungern“
immer weniger Kinder auf der Straße herum!
Ein großes Problem, und das wird sich auch in Zukunft nicht
ändern, ist die Aufnahme von Kindern in den Schulen. Obwohl eigentlich Schulunterricht
kostenfrei ist, verlangen alle Schulen Schulgeld. Selbst bei nur € 2,00 im Monat, können sich das viele Eltern und
natürlich erst recht die Straßenkinder nicht leisten. Es werden also bevorzugt
„zahlungsfähige“ Kinder zuerst aufgenommen. Das ist verständlich, da die
Schulen nur in sehr beschränktem Maße vom Staat finanziert werden. Eine kaputte
Fensterscheibe oder zusätzliches Lehr- und Arbeitsmaterial muss die Schule
selbst bezahlen.
Ab November jeden Jahres geht Frau Venema auf
Schulplatzsuche für „ihre“ Kinder. Betteln, flehen, Überzeugungskünste und noch
vieles mehr muss sie aus ihrer Trickkiste hervorzaubern, um Schulleiter zur
Aufnahme der Kinder zu bewegen. Sie versucht auch, einige Kinder in Internaten
unterzubringen. Hier weiß sie, dass die Kinder ein Bett und geregelte
Mahlzeiten bekommen.
Eine Anfrage von Frau Venema an unseren Verein war, in
Zukunft auch die Schulen und Internate, die Straßenkinder aufnehmen, zu
unterstützen. Der Vorstand fand diese Idee ausgezeichnet. Das unterstützt auch
die Arbeit mit den Straßenkindern. Ein erster konkreter Vorschlag war die
Finanzierung eines Schulsaales der Rakutuka Primary School. Da es der Wunsch
von Frau Ortrud Nold war, € 5.000,00 vom „Beerdingungsspendenkonto“ für das
Straßenkinderprojekt zu verwenden, bot sich hier die Gelegenheit, das
Schulsaalprojekt ins Rollen zu bringen. Frau O. Nold stimmte zu, und wir
konnten dem Schulleiter eine verbindliche Zusage machen. Die erste Phase des
Projekts ist bereits fertig - das Dach steht schon - nun muss der Ausbau
erfolgen. Der Schulleiter versucht die Eltern zur aktiven Mitarbeit zu bewegen.
Für unseren Verein bedeutet das, dass wir weiterhin das Projekt finanziell
unterstützen sollten. Bitte helfen Sie uns dabei durch Ihre zweckgebundene
Spende für das „Rakutuka Schulprojekt“.
Bitte vergessen Sie auch unsere anderen Projekte nicht, die
weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen sind!
Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre großzügige Hilfe und
wünschen Ihnen ein frohes Osterfest!
Mit herzlichen Grüßen
im Namen des Vorstandes
Ihr
Franz Irlich